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Ausgewählte Aufsätze

Andi Alfian: Reinterpreting mantras as religious healing in indigenous peoples in Indonesia. The indigenous religion paradigm as an alternative to “world religions”. In: Studies in Interreligious Dialogue 33 (2023), S. 15-34.

Mantras finden sich in beinahe jeder Tradition und Ritualwelt indigener Völker Indonesiens. Sie werden interpretiert und praktiziert als kommunikative Hilfestellung zur Verknüpfung verschiedener Aspekte der kosmischen Ordnung. Mantras finden auch Verwendung in Formen traditioneller Medizin zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten – ein Aspekt, der sich in vielen indigenen Religionen findet. Gleichwohl hat die religionswissenschaftliche, theologische und ethnologische Forschung Mantras weitgehend aus dem Blick verloren, da sie versucht, religiöse Praktiken rational zu erklären. Der Autor versucht darzulegen, warum das westliche Paradigma der „world religions“ die Funktionen von Mantras nicht erklären kann, da ihr ganzheitliches Wirkungsverständnis als „incompatible with science“ angesehen wird. Am Beispiel von mehreren Ethnien Indonesiens versucht der Autor das Paradigma der Weltreligionen als „colonial construction of modern knowledge“ zu dekonstruieren. Ob sich dieser Ansatz durchsetzen kann und inwieweit religionswissenschaftliche Paradigmen tatsächlich kolonial sind, bleibt abzuwarten.

Peter C. Phan: Vietnamese Catholics in the United States and Americanization. A sociological and religious perspective. In: Buddhist-Christian Studies 43 (2023), S. 229-234.

Der kurze Essay nimmt in den Blick, wie und in welchem Maße vietnamesischstämmige Katholiken in den USA „amerikanisiert“ wurden oder sich selbst „amerikanisierten“. Im Vergleich etwa zu den schon früher untersuchten taiwanesischen Buddhisten sind Katholiken gleich welcher Herkunft bekanntermaßen stets in die globale Kirche eingebunden und haben es daher zumindest in organisatorischer Hinsicht einfacher, sich in die katholische Kirche der USA einzufinden. Zugleich erfolgt(e) in seelsorglicher Hinsicht die Betreuung durch den eigenen Klerus, d.h. auch in der Muttersprache.

Paul B. Steffen SVD: From a receiving to a sending church. 125 years of the Catholic church in Mainland New Guinea, 1896-2021. In: Verbum SVD 64 (2023), S. 88-111.

Pater Steffen, ein Kenner der Situation der Ortskirche in Papua-Neuguinea, skizziert in diesem Beitrag in kompakter Form die katholische Missionsgeschichte Neuguineas (exklusive der vorgelagerten Inseln). Im Jahr 1896, als die kaiserliche Regierung längst eine feste Kolonialherrschaft installiert hatte, begannen die ersten deutschsprachigen katholischen Patres mit der Missionsarbeit. Steffen unterscheidet in der Entwicklung der römischen Kirche Neuguineas fünf separate Perioden, die er mit ihren jeweiligen Eigenheiten charakterisiert – und dabei zugleich auf die Herausforderungen der rasanten gesellschaftlichen wie technologischen Modernisierung der Bevölkerung hervorhebt. Seine konzise Zusammenfassung der Kirchengeschichte Neuguineas ist auf jeden Fall lesenswert, auch im Hinblick auf den WMS